AFI - Silver Bleeds The Black Sun... | Album Review
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Wenn Goth Rock die Zukunft von AFI wird
Mit Silver Bleeds The Black Sun... schlagen AFI eines der mutigsten Kapitel ihrer mittlerweile über drei Jahrzehnte andauernden Karriere auf. Die kalifornische Band, die einst mit Hardcore-Punk begann und später mit Alben wie Sing The Sorrow und Decemberunderground zu Ikonen der Alternative-Szene wurde, verabschiedet sich hier endgültig von ihren letzten verbliebenen Punk-Wurzeln. Stattdessen präsentiert die Band ein düsteres, elegantes und atmosphärisches Werk, das tief im Goth Rock, Post-Punk und Darkwave verwurzelt ist.
Das Album
Seit Jahren entwickelt sich die Band kontinuierlich weiter. Bereits Bodies zeigte deutliche Einflüsse aus New Wave, Post-Punk und Synth-Rock. Auf Silver Bleeds The Black Sun... wird dieser Wandel nun vollendet. Die zehn Songs des Albums verzichten auf klassische Punk-Ausbrüche und setzen stattdessen auf atmosphärische Gitarren, tiefe Basslinien, schwebende Synthesizer und die außergewöhnlich wandelbare Stimme von Davey Havok.
Kritiker beschrieben das Album als die bislang konsequenteste Hinwendung der Band zu Gotc Rock und Post-Punk. Viele sehen darin sogar das stärkste AFI-Album seit mehr als einem Jahrzehnt.
Das Feeling: Düster, elegant und hypnotisch
Was sofort auffällt, ist die Geschlossenheit des Albums. Jeder Song trägt zur Gesamtstimmung bei. Statt einzelner Radiohits steht das Album als Gesamterlebnis im Mittelpunkt.
Die Produktion wirkt detailreich und modern, ohne die rohe Emotionalität der Band zu verlieren. Die Instrumente erinnern stellenweise an The Cure, Bauhaus, Joy Division oder The Sisters of Mercy, bleibt aber stets unverkennbar AFI. Besonders die Mischung aus nostalgischen 80er-Jahre-Einflüssen und zeitgenössischer Produktion verleiht dem Album seinen eigenen Charakter. Besonders die Bassarbeit und die atmosphärischen Gitarrenarrangements tragen entscheidend zur Wirkung des Albums bei.
Songanalyse
The Bird Of Prey
Der Opener eröffnet das Album mit einer beinahe filmischen Atmosphäre. Davey Havoks Stimme schwebt über dunklen Gitarren und erzeugt sofort das Gefühl einer dystopischen Welt. Der Song setzt die Stimmung für alles, was folgt.
Behind The Clock
Die erste Single kombiniert schwere Gitarren mit dunklen Melodien und zeigt die neue Ausrichtung der Band. Hier treffen Goth Rock und moderne Alternative-Rock-Elemente aufeinander.
Holy Visions
Einer der eingängigsten Songs des Albums. Der treibende Rhythmus und die sofort im Ohr bleibende Melodie machen den Track zu einem potenziellen Klassiker im späteren AFI-Katalog. Mehrere Kritiker heben den Song als einen der Höhepunkte der Platte hervor.
Voidward
Ein Paradebeispiel für den neuen Sound der Band. Kalte Synthesizer, dunkle Gitarren und eine hypnotische Stimmung erinnern an die großen Post-Punk-Bands der 80er.
A World Unmade
Der vielleicht emotionalste Song des Albums. Der Song verbindet die melancholische Atmosphäre der Platte mit den poetischen Texten, für die Davey Havok seit Jahren bekannt ist.
Nooneunderground
Das Finale überrascht mit einer unerwarteten Rückkehr zu schnelleren und aggressiveren Elementen. Hier blitzt kurz die Punk-Vergangenheit der Band auf und sorgt für einen spannenden Abschluss.
Fazit
Viele Bands versuchen sich gerade an nostalgischen Achtzigerjahre-Einflüssen. AFI gelingt jedoch etwas Schwierigeres: Sie nutzen diese Inspirationen, ohne 80er Klassiker zu kopieren und kreieren einen eigenen, neuen Stil.
AFI beweisen mit Silver Bleeds The Black Sun... dass sie auch nach mehr als 30 Jahren nicht bereit sind, auf der Stelle zu treten. Wer die frühen AFI-Alben wegen ihrer Punk-Energie liebt, wird sich möglicherweise zunächst umgewöhnen müssen. Das Album ist düster, atmosphärisch, mutig und konsequent. Viele Kritiker betrachten es als das stärkste AFI-Album seit Jahren – und dieser Einschätzung kann man sich nach mehreren Durchläufen nur schwer entziehen.
Bewertung: 9/10
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