Barathrum - Eerie | Review

Barathrum - Eerie | Album Review

Black‑Doom als Nische: Wo Barathrum sich einordnet

Barathrum stammt aus Finnland, einem Land mit starker Black‑Metal‑Tradition. Die Band legt den Schwerpunkt auf:

  • tief gestimmte Bässe (teilweise zwei Bassisten gleichzeitig)
  • Midtempo bis langsame Rhythmen
  • kratzige, dämonische Vocals
  • rohe, aber bewusst gewählte Produktion
  • okkulte, satanische und dunkle lyrische Themen

Damit bewegt sich Barathrum im Spannungsfeld aus Black Metal und Doom Metal – also Black‑Doom. Die Gitarren rücken oft in den Hintergrund zugunsten eines extrem dominanten Bassfundaments. Das gibt der Musik eine schwerfällige, sumpfige Textur, die an Doom erinnert, während Struktur, Stimmung und Vocals klar in der Black‑Metal‑Tradition stehen.

Für dich, wenn du auf düsteren, basslastigen Sound mit ritualistischer Aura stehst, fühlt sich Barathrum wie der Soundtrack zu einer okkulten Messe in einem verfallenen Kellergewölbe an.

Spätere Werke: Mischung aus Black, Doom und Punk‑Einschlägen

In späteren Alben mischt Barathrum Einflüsse aus Thrash, klassischem Heavy Metal und sogar punkig angehauchten Parts in den Black‑Doom‑Kern. Die Musik bleibt schwer und finster, gewinnt aber gelegentlich an roher Energie und „rockender“ Direktheit.

Dieses Wechselspiel aus:

  • schleppenden Doom‑Passagen
  • groovigen Midtempo‑Parts
  • rohem Black‑Metal‑Sturm

macht Barathrum interessant, wenn du Musik suchst, die wuchtig, aber nicht eintönig wirkt.

„Eerie“ und andere Releases: Wie Barathrum sich über die Jahre entwickelt hat

Barathrum existiert seit den frühen 90ern und hat im Verlauf mehrere Alben veröffentlicht, die sich im Detail unterscheiden, aber einen Kern teilen: basslastiger, okkulter Black‑Doom mit Underground‑Attitüde.

„Eerie“ – bassgetriebene Finsternis

„Eerie“ gilt vielen Fans als eine der prägenden Veröffentlichungen der Band. Das Album setzt stark auf:

  • Midtempo und langsame Passagen
  • verzerrte, dicke Bassriffs
  • minimalistische, aber wirkungsvolle Gitarrenfiguren
  • atmosphärische Effekte wie Windgeräusche, Glocken oder Synth‑Akzente

Der Fokus liegt nicht auf technischer Virtuosität, sondern auf einer zerstörerischen, rituellen Grundstimmung. Riffs wirken manchmal simpel, bleiben aber genau deshalb hängen und entfalten über die Laufzeit ihre Wirkung wie ein Mantra.

Barathrums zweites Studioalbum ist eine düstere Offenbarung, ein zugleich eingängiges wie beklemmendes Werk, das eine Atmosphäre erschafft, die sich anfühlt wie ein wacher, unausweichlicher Blick in den eigenen Untergang. Die Band stützt sich auf tief heruntergestimmte Gitarren, ebenso laut verzerrten, schmutzig grollenden Bass und raue Vocals. Das Schlagzeug sorgt dafür, dass die Musik nicht im Chaos versinkt, sondern als kontrollierte, finstere Beschwörung bestehen bleibt.

„Eerie“ bewegt sich überwiegend im mittleren bis langsamen Tempo. Während viele Black Metal Bands auf Tremolo Riffs, dichte Akkordflächen und Melodien setzen, distanziert sich Barathrum bewusst davon. Stattdessen dominieren extrem tiefe, einzelne Anschläge mit viel Raum und Gewicht. Da zwei Bassisten und ein Gitarrist gelistet sind, entsteht stellenweise der Eindruck, als würden zwei Basslinien gleichzeitig laufen, während die Gitarre kaum wahrnehmbar ist. Die Songstrukturen erzeugen eine brütende, nachhallende Stimmung, die den Hörer festhält, bis der letzte Ton verklingt. Wiederholende Elemente verleihen den Stücken eine beinahe rituelle Form. Subtile Veränderungen, geschichtete Instrumentenspuren oder plötzlich einsetzende, beinahe bewusstseinserweiternde Background Vocals intensivieren die Wirkung zusätzlich. Trotz der simplen Grundstruktur gelingt es der Band, zwischen schleppender Hypnose und schwerem Groove organisch zu wechseln.

Rohe, massiv verzerrte Produktion

Nahezu jedes treibende Instrument ist mit Effekten überladen, was einen dreckigen, dichten Klangteppich erzeugt. Die Vocals zischen und knurren durch dieses Klangbild, gelegentlich durchbrochen von klaren Gesangspassagen, die weniger rein als vielmehr verzweifelt und bedrohlich wirken. Die Snare ist präsent und mit Hall versehen, was ihr Durchschlagskraft verleiht. Auch die Toms entfalten mit Wucht ihre Wirkung. Zusätzliche Effekte wie Wind oder Glocken scheinen aus dem Off zu kommen und verstärken die unheilvolle Atmosphäre. Im Titelsong „Eerie“ taucht ein sirenenartiger Synthesizer im Stil der 70er Jahre auf, der sich hoch und unberechenbar über die eingängigen Gitarrenlinien legt und wie ein Vorbote eines drohenden Unheils wirkt.

Im Vergleich zum Vorgänger „Hailstorm“ zeigt sich die Band weiterentwickelt. Der Fokus liegt stärker auf markanten Riffs, differenzierterer Produktion und klarerer musikalischer Ausrichtung. Trotz zahlreicher eingängiger Momente bleibt die düstere Grundstimmung stets erhalten. Über die gesamte Spielzeit hinweg gelingt es Barathrum, Eingängigkeit und kompromisslose Finsternis überzeugend zu vereinen. „Eerie“ ist ein eigenständiges, authentisch dunkles Black Metal Album, das sich nicht beim ersten Hören vollständig erschließt, sondern wiederholte Rückkehr geradezu einfordert.

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          Aktualisiert am 27 February 2026

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