Lacrimosa - Lament | Album Review
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Das monumentale Finale einer außergewöhnlichen Trilogie
Mit Lament veröffentlichen Lacrimosa ihr mittlerweile 15. Studioalbum und setzen zugleich den Schlusspunkt für eine musikalische Reise, die bereits 2017 mit Testimonium begann und 2021 mit Leidenschaft fortgeführt wurde. Das Werk bildet den Abschluss der sogenannten Sturm-Trilogie und verbindet die zentralen Themen der vergangenen Jahre: Verlust, Sehnsucht, Vergänglichkeit, Hoffnung und die Suche nach innerem Frieden.
Nach über 35 Jahren Bandgeschichte gelingt Tilo Wolff und Anne Nurmi etwas Bemerkenswertes: Statt sich auf ihren Legendenstatus zu verlassen, liefern sie eines der ambitioniertesten, emotionalsten und zugleich modernsten Alben ihrer gesamten Karriere ab.
Songanaylse
Das Zentrum des Albums bildet der über 10 Minuten lange Titeltrack Lament. Bereits nach wenigen Minuten wird deutlich, dass hier keine gewöhnliche Albumeröffnung stattfindet.
Der Song beginnt zurückhaltend und verletzlich, bevor er sich schrittweise zu einem gewaltigen orchestralen Höhepunkt entwickelt. Klavier, Streicher, Chöre und Rockinstrumente verschmelzen zu einer Komposition, die eher an eine moderne Sinfonie als an einen klassischen Gothic-Metal-Song erinnert.
Besonders beeindruckend ist die Dynamik. Zwischen stillen Passagen und monumentalen Ausbrüchen entsteht eine emotionale Spannung, die den Hörer die gesamte Laufzeit fesselt.
Mit Avalon präsentiert die Band einen der zugänglichsten Songs des Albums. Der Titel verbindet moderne Produktion mit klassischen Lacrimosa-Elementen und entwickelt sich schnell zu einem der eingängigsten Stücke der Veröffentlichung. Orchester-Elemente gepaart mit düsterem Sprechgesang sorgen für eine packende Atmosphäre. Bereits die Vorabveröffentlichung sorgte für große Aufmerksamkeit innerhalb der Gothic- und Dark-Wave-Szene.
Songs wie Ein langer Weg, Du bist alles was ich will oder In einem anderen Leben beschäftigen sich mit Verlust und Sehnsucht, verlieren dabei jedoch nicht die Hoffnung aus den Augen. Gerade dieser emotionale Kontrast verleiht dem Album eine besondere Tiefe.
Besonders In einem anderen Leben überrascht mit einer fast nostalgischen Leichtigkeit, die manche an Pop-Melodien der Achtzigerjahre erinnert. Dennoch bleibt die für Lacrimosa typische emotionale Ernsthaftigkeit jederzeit erhalten.
Fazit
Lacrimosa gelingt ein beeindruckender Abschluss ihrer Sturm-Trilogie. Das Album verbindet die emotionale Kraft von Testimonium, die Leidenschaft des gleichnamigen Vorgängers und die gesamte Erfahrung von über 3 Jahrzehnten Bandgeschichte zu einem monumentalen Werk.
Nicht jeder Song erreicht die Genialität früherer Klassiker wie Alleine zu zweit, Copycat oder Stolzes Herz, doch als Gesamtwerk überzeugt Lament auf ganzer Linie. Die Mischung aus Melancholie, Hoffnung, orchestraler Größe und emotionaler Ehrlichkeit macht das Album zu einem der bedeutendsten Gothic-Releases des Jahres 2025.
Bestimmte Melodien und Strukturen erinnern an frühere Werke und die Band setzt stellenweise zu sehr auf vertraute Muster, die emotionale Wirkung und die hohe Qualität stimmen allerdings.
Wer emotionale Musik mit orchestraler Größe und tiefgründigen Texten sucht, wird hier eines der stärksten Gothic-Alben der letzten Jahre finden.
Bewertung 8/10
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