XOTOX - Dokumentation II: Remix | Album Review
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Übersicht
XOTOX veröffentlicht mit Dokumentation II: Remix ein facettenreiches Remix-Album, 20 Jahre nach dem Album Dokumentation I: Ton . Es fungiert als Jubiläumsfortsetzung des Klassikers und vereint Größen aus Electro, Darkwave, Industrial, Techno und EBM, die XOTOX-Klassiker neu interpretieren. Statt nostalgischer Rückschau entsteht eine Neuinterpretation, die zeigt, wie relevant und wandelbar der XOTOX-Sound auch im Jahr 2026 noch ist.
Die Band
Seit Ende der 1990er Jahre gehört XOTOX, das Industrial-Projekt von Andreas Davids, zu den prägendsten Namen der deutschen Rhythm’n’Noise- und Industrial-Szene. Mit Alben wie Lichtlos, In den zehn Morgen oder Ich bin da/ich funktioniere entwickelte Andreas Davids einen unverwechselbaren Stil zwischen maschineller Brutalität, hypnotischen Sequenzen und emotionaler Düsternis und landete als erstes Rhythm’n’Noise-Album überhaupt Platz 1 der Deutschen Alternative Charts (DAC).
Bekannt wurde XOTOX durch die Verbindung aus aggressiven Maschinenrhythmen, verzerrten Beats, eingängigen Melodien und kompromissloser Härte. Während viele Acts der frühen 2000er auf Future Pop oder Synthpop setzten, entwickelte XOTOX einen deutlich raueren und industrielleren Sound. Gerade diese Mischung aus clubtauglichen Sequenzen, Noise-Elementen und technoiden Strukturen machte das Projekt schnell zu einem festen Bestandteil der internationalen Dark-Electro- und Industrial-Szene.
Feeling
Die Auswahl der beteiligten Künstler liest sich wie ein Querschnitt durch die moderne dunkle elektronische Musik. Von Antibody über Alien Vampires und Das Ich bis hin zu Cervello Elettronico, Ductape, Thorofon und EXTIZE bringt jeder Act seine eigene Handschrift mit ein, ohne den Kern der Originale zu verlieren. Genau darin liegt die große Stärke dieses Albums.
Besonders bemerkenswert ist, wie organisch die unterschiedlichen Genres miteinander verschmelzen. Industrial trifft auf Techno, Darkwave auf Post-Punk und Electro auf klassische EBM-Strukturen. Was auf dem Papier wie ein stilistisches Risiko wirken könnte, entwickelt sich in der Praxis zu einer erstaunlich geschlossenen Hörerfahrung.
Fazit
Mit Dokumentation II: Remix gelingt XOTOX eine beeindruckende Verbindung aus Archivarbeit, künstlerischer Weiterentwicklung und Szene-Dokumentation. Die beteiligten Künstler behandeln das Ausgangsmaterial mit Respekt, ohne dabei auf kreative Risiken und eigenen Stil zu verzichten. Das Ergebnis ist ein Album, das gleichermaßen Industrial-Fans, EBM-Anhänger, Techno-Puristen und Darkwave-Hörer anspricht.
Statt lediglich die Vergangenheit zu feiern, beweist Dokumentation II: Remix, dass der Sound von XOTOX auch nach fast drei Jahrzehnten nichts von seiner Relevanz verloren hat. Dieses Album ist nicht nur ein Rückblick auf eine außergewöhnliche Karriere, sondern gleichzeitig ein Blick nach vorne in die Zukunft dunkler elektronischer Musik.
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