Darkwave erklärt – Musik, Bedeutung & Szene
Darkwave ist mehr als ein Musikgenre. Darkwave ist ein Gefühl, eine Ästhetik und für viele aus unserer Community ein Stück Identität. Wenn du bei dunklen Synth-Flächen, flirrenden Gitarren und melancholischen Vocals Gänsehaut bekommst, bewegst du dich mitten in diesem Klanguniversum.
In diesem Glossar-Text von EASURE geben wir dir einen tiefen, aber gut lesbaren Überblick: Was ist Darkwave, woher kommt der Sound, welche Subgenres gibt es, welche Bands haben Geschichte geschrieben, wie unterscheidet sich Darkwave von Gothic, Post-Punk oder New Wave – und wie prägt Darkwave bis heute die Gothic-Szene, deinen Style und sogar dein Clubleben.
Darkwave kurz erklärt: Kernmerkmale des Genres
Wenn du „Dark Wave Gothic“ googelst, erwartest du eine klare Antwort. Fangen wir also präzise an.
Darkwave (oft auch „Dark Wave“ geschrieben) ist ein Musikgenre, das Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre in Europa aus New Wave und Post-Punk entstand. Die Musik verbindet:
- düstere, melancholische Stimmungen
- Tonalität in Moll, häufig langsamer bis mittlerer Takt
- introspektive, existenzielle Texte
- eine Mischung aus Gitarrenklang und elektronischen Elementen wie Synthesizer, Drumcomputer und Sampler
Typisch für Darkwave:
- Atmosphäre: melancholisch, romantisch, manchmal nihilistisch
- Vocals: tiefe, oft distanzierte Männerstimmen oder ätherische, entrückte Frauenstimmen
- Sound: von minimalistischen, kalten Synth-Linien bis zu dichten Soundwänden mit Hall, Chorus und Delay
- Themen: Vergänglichkeit, Einsamkeit, Spiritualität, Tod, innerer Konflikt, Sehnsucht, Entfremdung
Darkwave bildet so etwas wie eine düstere Parallelspur zur poppigeren New Wave – weniger bunt, weniger optimistisch, dafür emotionaler, introspektiver und nah an dem, was viele als „Gothic-Gefühl“ beschreiben.
Historische Wurzeln: Darkwave in den späten 70ern und 80ern
Der Schatten von Post-Punk und New Wave
Um Darkwave zu verstehen, schaust du am besten auf die späten 1970er Jahre. Punk hatte vieles aufgebrochen. Danach folgte eine Generation von Bands, die mehr mit Klangflächen, Emotionen und Atmosphäre experimentierte: Post-Punk und New Wave.
Wichtige Einflüsse:
- Joy Division mit ihren kalten Basslinien und depressiven Texten
- Bauhaus, Siouxsie and the Banshees, The Cure in ihren frühen, kargen Phasen
- elektronische Vorreiter wie Kraftwerk, die zeigten, wie Maschinenklang Gefühle transportiert
Die Musikpresse in Europa begann, die dunkleren Vertreter von New Wave und Post-Punk mit eigenen Begriffen zu belegen. In Deutschland und Frankreich tauchte ab Mitte der 1980er Jahre zunehmend der Begriff „Dark Wave“ bzw. „darkwave“ auf – als Sammelbegriff für Bands, die zu düster für klassischen Pop, aber zu elektronisch und atmosphärisch für reinen Punk oder Rock wirkten. (en.wikipedia.org)
Darkwave in den 80ern: Ein Gefühl breitet sich aus
Die 1980er sind für viele Fans bis heute die goldene Ära von Darkwave. Du findest in dieser Zeit:
- Bands mit Wurzeln im Post-Punk, die immer dunkler und synth-lastiger klangen
- New-Wave-Acts, die die Lichtreflexe aus der Musik zogen und dafür Schatten und Melancholie verstärkten
- den parallelen Aufstieg der Gothic-Subkultur, die Darkwave schnell als Soundtrack annahm
Gerade in Westdeutschland, Großbritannien, Belgien, Niederlanden, Frankreich und Italien wuchs eine Szene, in der der Begriff „Waver“ oder „Darkwaver“ als Selbstbeschreibung auftauchte. (en.wikipedia.org)
Wenn du dir heute „Dark Wave 80er“ Playlists anschaust, findest du genau diese Mischung: Post-Punk-Energie, düstere New Wave, frühe Synth-Experimente und eine Ästhetik zwischen kalter Romantik und urbanem Nachtleben.
Darkwave vs. Gothic, New Wave, Post-Punk: Abgrenzung und Überschneidungen
In der Szene überschneiden sich Begriffe ständig. Gothic, Post-Punk, New Wave, Darkwave – das fließt ineinander. Trotzdem hilft eine grobe Einordnung.
Post-Punk
- Fokus auf Experiment, kantige Gitarren, Nervosität, politischer Unterton
- Klang oft roh, minimalistisch, manchmal aggressiv
- Darkwave übernimmt die Düsternis und die introspektive Energie, dämpft aber oft die Aggression und baut mehr Atmosphäre auf.
New Wave
- bunter, poppiger, häufig radiotauglich
- starke Nutzung von Synthesizern, aber eher optimistische, verspielte Stimmung
- Darkwave übernimmt Synths und Tanzbarkeit, färbt sie jedoch mit Melancholie, Moll-Tonarten und schwereren Themen.
Gothic Rock
- stärkere Betonung von Gitarren, oft mit Hall, Chorus und klar erkennbarem Rock- oder Post-Punk-Ursprung
- Auftreten deutlich „schwarzromantisch“, theatralisch
- Darkwave legt im Vergleich häufig einen stärkeren Fokus auf Elektronik, Synths und Clubtauglichkeit, auch wenn sich beide Genres ständig berühren.
Du kannst dir Darkwave also als Schnittmenge aus Gothic, Post-Punk und dunkler elektronischer New Wave vorstellen – der Soundtrack für all jene, die im Nebel der Nebelmaschine gern ein bisschen tiefer nach innen schauen.
Klangbild: So erkennst du Darkwave
Instrumente und Produktion
Typische Instrumente in der Darkwave-Musik:
- E-Gitarre (oft mit Chorus, Delay, Hall)
- E-Bass (melodisch geführt, nicht nur Grundlage)
- Drumcomputer oder reduziertes Schlagzeug
- Synthesizer, manchmal Sampler
- gelegentlich Streichinstrumente (Violine, Cello) oder Klavier für neoklassische Ausprägungen
Die Produktion erzeugt oft:
- eine breite Stereo-Bühne mit viel Hall
- eine klare, trockene Bass- und Drumachse, die Club- und Tanzbarkeit ermöglicht
- Vocals, die sich wie ein Schleier auf den Sound legen – distanziert, geflüstert, klagend oder beschwörend
Stimmung und Themen
Inhaltlich kreist Darkwave um:
- existentielle Krisen und innere Monologe
- Beziehungen, Verlust, Nostalgie, Verfall
- religiöse und spirituelle Symbole, oft gebrochen oder hinterfragt
- urbane Einsamkeit, Nacht, Traumzustände
Darkwave ist keine „böse“ Musik. Vielmehr spiegelt sie Emotionen, die im Mainstream selten Raum bekommen: Zweifel, Melancholie, das Schöne im Morbiden.
Darkwave in Deutschland: Dark Wave Deutsch und Neue Deutsche Todeskunst
Dark Wave Deutsch: Wenn Melancholie auf deutsche Texte trifft
„Dark Wave Deutsch“ beschreibt Darkwave-Acts, die überwiegend oder vollständig mit deutschen Texten arbeiten. In den späten 1980ern und frühen 1990ern entwickelte sich in Deutschland eine sehr eigene Szene.
Typisch:
- poetische, oft metaphorische deutsche Lyrics
- Schwerpunkt auf existenziellen, philosophischen und literarisch geprägten Texten
- häufig eine gewisse Theatralik, teils gesprochene Passagen
Neue Deutsche Todeskunst (NDT)
Innerhalb dieser Entwicklung entstand eine spezielle Strömung: Neue Deutsche Todeskunst (NDT). Sie verbindet Darkwave-, Gothic- und neoklassische Elemente mit stark literarisch geprägten, dramatischen deutschen Texten. Bands wie Goethes Erben, Relatives Menschsein oder Das Ich gelten als prägende Vertreter. (en.wikipedia.org)
Merkmale von NDT:
- deutschsprachige Lyrik mit Themen wie Tod, Schuld, Sinnsuche, Religion, Wahn
- stark theatralische Vorträge, fast wie szenische Lesungen
- Kompositionen, die oft an Kammermusik, Klassik oder Film-Soundtracks erinnern
Darkwave-Subgenres: Von Cold Wave bis Neoklassik
Darkwave ist kein eng abgegrenztes Genre, sondern eher ein Schirmbegriff für verschiedene dunkle Spielarten von Wave und verwandten Stilen. (en.wikipedia.org)
Cold Wave
- minimalistischer, kühler Sound
- meist französische und kontinentaleuropäische Bands der frühen 80er
- sehr reduzierte Arrangements, viel Hall auf Gitarre und Vocals, trockene Drumcomputer
Cold Wave wirkt im Vergleich zu manchem Darkwave fast asketisch – eine perfekte Klangkulisse für minimalistische Outfits mit klaren Linien und metallischen Akzenten.
Ethereal Wave / Ethereal Darkwave
- schwebende, oft gitarrenbasierte Soundwände
- meist weibliche Vocals, stark verhallt
- wirkt traumartig, entrückt, manchmal quasi sakral
Ethereal Wave legte den Grundstein für viele romantisch-düstere Darkwave-Klänge.
Neoclassical Darkwave
- verbindet Darkwave mit Elementen der klassischen Musik
- setzt oft auf Streicher, Chöre, Klavier, orchestrale Arrangements
- erzeugt einen dramatischen, epischen Klang
Neoklassische Darkwave-Acts wie Dead Can Dance prägten eine Ästhetik, in der antike, mystische und okkulte Symbole dominieren.
Darkwave-Bands der 80er: Klassiker und Referenzen
Wenn du dich fragst, welche Dark Wave Bands der 80er du kennen solltest, stößt du schnell auf Namen, die zugleich Post-Punk, New Wave und Gothic prägen. Geführt wird der Begriff „Darkwave“ in der Fachliteratur häufig als Sammelbegriff, in dem unter anderem folgende Acts auftauchen (en.wikipedia.org):
- Clan of Xymox – oft direkt als Darkwave-Pioniere genannt
- The Cure (vor allem die frühen, düsteren Alben)
- Siouxsie and the Banshees
- Bauhaus
- The Sisters of Mercy
- Cocteau Twins (Schnittstelle zu Ethereal Wave)
- Dead Can Dance (Grundlage für Neoclassical Darkwave)
- Depeche Mode in ihren dunkleren Phasen, etwa „Black Celebration“ oder „Music for the Masses“
- diverse europäische Cold-Wave-Acts
Wichtig: Viele dieser Bands werden heute je nach Kontext als Post-Punk, Gothic Rock, New Wave oder Darkwave einsortiert. Die Genregrenzen verlaufen fließend. Aus Szene-Perspektive zählt vor allem, was du persönlich mit dem Begriff Darkwave verbindest: die Stimmung, der Sound, der Blick nach innen.
Darkwave in den 90ern: Zweite Welle und Clubnächte
Die „zweite Generation“ in Europa
Als klassische New Wave im Mainstream abklang, wuchs Darkwave im Untergrund weiter. In den 1990ern setzte besonders in Deutschland eine zweite Welle ein. Bands wie:
- Deine Lakaien
- Diary of Dreams
- Wolfsheim
- Love Like Blood
- Girls Under Glass
entwickelten einen Sound, der Darkwave mit moderner Synthpop- und Electrosensibilität verband. (en.wikipedia.org)
Merkmale dieser Phase:
- klarere, druckvollere Produktionen
- ausgebaute Clubtauglichkeit (tanzbare Tempi, markante Hooks)
- weiterhin melancholische Texte, manchmal mit Pop-Appeal
Parallel blühten neoklassische und ethereal-orientierte Projekte in Europa und Nordamerika auf. Viele dieser Releases landeten in den Plattenkisten jener DJs, die später die typischen „Darkwave & Gothic“-Nächte prägten.
Darkwave und Szene-Clubs
In den 1990ern und frühen 2000ern etablierten sich Gothic- und Darkwave-Partys als fester Treffpunkt der Szene. Die typische Darkwave-Playlist in einem Gothic-Club mischte:
- Darkwave-Hymnen
- klassisches Gothic Rock
- Synthpop mit düsterem Einschlag
- vereinzelt Industrial und EBM
Diese Verbindung von Musik, Mode und Haltung prägt die Szene bis heute – sei es auf Festivals wie dem Wave-Gotik-Treffen oder in kleineren Szene-Clubs.
Revival und Post-Punk- & Darkwave-Return seit den 2000ern
Post-Punk- und Darkwave-Revival
Seit den 2000ern erlebt Darkwave zusammen mit Post-Punk einen spürbaren Revival-Boom. Eine neue Generation von Bands greift den 80er-Sound auf, verbindet ihn mit moderner Produktion und zeitgenössischen Einflüssen aus Techno, Minimal Synth oder Indie.
Aktuell populäre Darkwave- und Darkwave-nahe Acts (Auswahl) (en.wikipedia.org):
- She Wants Revenge
- The Soft Moon
- She Past Away
- Drab Majesty
- Twin Tribes
- Selofan
- Boy Harsher
- Lebanon Hanover
- diverse russische und osteuropäische Projekte mit starkem Minimal-Synth-Einschlag
Diese Acts bilden den Soundtrack für eine neue Welle von Darkwave-Top-100-Playlists, Spotify-Kuratierungen und YouTube-Mixes, in denen Vintage-Ästhetik und moderner Clubkontext sich treffen.
Darkwave im Streaming-Zeitalter
Wenn du heute nach „Darkwave Musik“, „Dark Wave Top 100“ oder „Darkwave Bands“ suchst, triffst du auf:
- kuratierte Streaming-Playlists, die Klassiker und neue Acts mischen
- Diskografien, die streng zwischen Subgenres trennen
- Foren und Reddit-Threads, in denen Fans detailliert über Produktionsstil, Subgenre-Schubladen und Szene-Authentizität diskutieren (es.wikipedia.org)
Darkwave und Ästhetik: Wie der Sound deinen Style prägt
Darkwave ist hörbar, aber vor allem sichtbar. Wer Darkwave liebt, erkennt die eigene Ästhetik im Spiegel.
Tabelle: Darkwave im Vergleich zu verwandten Genres
Zur Orientierung findest du hier eine Übersicht, wie sich Darkwave von einigen verwandten Stilen abhebt:
| Genre | Klangbild | Typische Instrumente | Stimmung / Themen |
|---|---|---|---|
| Darkwave | Düstere Synths, melancholische Melodien, tanzbar, aber introspektiv | Synthesizer, Drumcomputer, Gitarre, Bass, teils Streicher | Innere Konflikte, Vergänglichkeit, Romantik, Spiritualität |
| Gothic Rock | Gitarrenbetont, treibende Drums, dramatische Vocals | E-Gitarre, Bass, Schlagzeug | Düstere Romantik, Tod, Religion, Mythologie |
| New Wave | Melodisch, popnah, experimentierfreudig | Synthesizer, Gitarre, Bass, Drums | Alltag, Beziehungen, Popkultur, ironische Distanz |
| Post-Punk | Roh, kantig, rhythmusbetont | Gitarre, Bass, Drums, teils Synths | Politik, Entfremdung, Wut, Gesellschaftskritik |
| Cold Wave | Minimalistisch, kühl, distanziert | Gitarre, Bass, Drumcomputer, Synths | Isolation, Kälte, urbane Leere |
Darkwave im Alltag: Hörgewohnheiten, Szenekultur, Festivals
Darkwave existiert nicht nur im Kopfhörer, sondern in einer international vernetzten Subkultur. (en.wikipedia.org)
Wo Darkwave läuft
- Gothic- und Darkwave-Clubs: Nächte mit Schwerpunkten wie „Darkwave & Post-Punk“, „Minimal Synth“, „Dark 80s“
- Festivals wie Wave-Gotik-Treffen oder spezialisierte Darkwave-Festivals
- Streaming-Playlists: „Dark Wave Essentials“, Playlist-Cover mit Nebel, Beton, Neon und Schwarz
- Private Rituals: Lesen, Schreiben, Kreativarbeit, Zeichnen, Tarotlegen – Darkwave als dauerhafte Klangkulisse
Wer Darkwave hört
Die typische Darkwave-Hörerschaft:
- tief in der Gothic- und alternativen Szene verankert
- offen für Kunst, Literatur, Film mit düsterem, experimentellem Einschlag
- häufig queerfreundlich, inklusiv, antifaschistisch
- interessiert an nachhaltigen Lebensstilen und bewussten Konsumentscheidungen
Genau diese Schnittmenge bildet die Kernzielgruppe von EASURE. Du fühlst dich angesprochen, wenn du ästhetische Tiefe, klare politische Haltung und nachhaltige Produktion schätzt – sei es bei deiner Playlist oder bei deinem Gothic-Outfit.
Darkwave und Politik: Antifaschistische Haltung der Szene
Auch wenn Darkwave auf den ersten Blick „nur“ melancholische Musik darstellt, atmet die Szene seit Jahrzehnten eine deutlich antiautoritäre und antifaschistische Grundhaltung. Historisch wurzelt sie in:
- Punk- und Post-Punk-Herkünften, die sich klar gegen Autoritarismus und rechte Ideologien stellen
- einer Subkultur, die Nonkonformismus, Queerness und Anderssein schützt statt ausgrenzt
- einer künstlerischen Faszination für Tabus, Tod und Okkultes, die jedoch nicht mit reaktionärer Ideologie verschmilzt
Darkwave im Kontext anderer Gothic-Themen
Wenn du dich mit Darkwave beschäftigst, tauchst du fast automatisch tiefer in die Gothic-Kultur ein. Für ein umfassenderes Verständnis lohnt sich auch ein Blick in andere Glossar-Themen im EASURE-Universum:
- Der Glossar-Text „Gothic – was ist Gothic?“ auf Gothic – was ist Gothic erklärt dir, wie sich die Subkultur historisch entwickelt hat.
- Die Glossar-Einträge zu „Salem“ (Salem) und „Wicca“ (Wicca) schlagen die Brücke zu Hexerei, Ritualästhetik und modernen heidnischen Strömungen, die in vielen Darkwave-Texten und Artworks mitschwingen.
So verstehst du Darkwave nicht isoliert, sondern als Teil eines größeren kulturellen Netzes aus Musik, Geschichte, Okkultismus, politischen Haltungen und persönlichem Lifestyle.
Häufige Fragen zu Darkwave
Was ist Dark-Wave?
Dark-Wave oder Darkwave ist ein Musikgenre, das aus New Wave und Post-Punk hervorging und eine deutlich düstere, melancholische Variante dieser Stile darstellt. Typisch für Darkwave sind Moll-Tonalität, introspektive Texte, eine Mischung aus Gitarren- und Synthesizer-Sounds sowie ein atmosphärisches, oft tanzbares Klangbild. Darkwave verbindet Elemente aus Gothic Rock, Cold Wave, Ethereal Wave und elektronischer Musik zu einem Sound, der eng mit der Gothic-Subkultur verknüpft bleibt und häufig als „Dark Wave Gothic“ wahrgenommen wird. (en.wikipedia.org)
Ist Depeche Mode Dark Wave?
Depeche Mode gilt nicht als reine Darkwave-Band, wird aber häufig im Kontext von Darkwave Musik genannt. Vor allem Alben wie „Black Celebration“ oder „Music for the Masses“ enthalten eine düstere, elektronische Ästhetik, die in der Szene großen Einfluss hatte und für viele Darkwave- und Dark Wave Deutsch Acts eine Blaupause darstellt. Depeche Mode bewegt sich zwischen Synthpop, New Wave und düsterem Electro, beeinflusst Darkwave aber so stark, dass Tracks der Band in vielen Dark Wave Top 100-Listen auftauchen. (en.wikipedia.org)
Was war die Neue Deutsche Todeskunst?
Die Neue Deutsche Todeskunst (NDT) ist eine deutschsprachige Strömung innerhalb der Gothic- und Darkwave-Szene, die Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre entstand. Sie kombiniert Darkwave- und Gothic-Klänge mit neoklassischen Elementen und stark literarisch geprägten deutschen Texten. Typisch sind theatralische Vorträge, Themen wie Tod, Sinnsuche und Spiritualität sowie eine bedachte, fast szenische Inszenierung. Bands wie Goethes Erben oder Das Ich verbinden damit Darkwave-Sound, Gothic-Theater und eine eigenständige Form von Dark Wave Deutsch. (en.wikipedia.org)
Welche Bands gehören zu New Wave?
New Wave umfasst eine breite Palette von Bands, die Ende der 1970er und in den 1980ern Pop, Punk und elektronische Elemente kombinierten. Typische New-Wave-Bands sind etwa The Human League, Duran Duran, A Flock of Seagulls, The Cars oder A-ha. Einige dieser Gruppen, vor allem in ihren dunkleren Phasen, berühren Darkwave-Ästhetik, doch New Wave bleibt insgesamt bunter, poppiger und weniger melancholisch als klassische Darkwave Musik. (en.wikipedia.org)
Welche Darkwave Bands sollte ich zuerst hören?
Wenn du Darkwave entdecken willst, starte mit einer Mischung aus Klassikern und neueren Acts. Für die 80er-Ära eignen sich Clan of Xymox, frühe The Cure, Siouxsie and the Banshees, Dead Can Dance und Bauhaus. Für modernere Darkwave Bands sind She Past Away, Drab Majesty, Twin Tribes, Lebanon Hanover oder Boy Harsher gute Einstiege. Ergänzend lohnt ein Blick in Darkwave-Playlists mit Titeln wie „Dark Wave Top 100“ oder „Dark Wave Essentials“, in denen Dark Wave Gothic, Post-Punk und Ethereal Darkwave nebeneinanderstehen. (en.wikipedia.org)
Was ist der Unterschied zwischen Gothic und Darkwave?
Gothic beschreibt eine Subkultur und einen ästhetischen Kosmos aus Musik, Mode, Kunst und Lebensgefühl, während Darkwave spezifisch ein Musikgenre bezeichnet. Viele Gothic-Fans hören Darkwave, aber auch Gothic Rock, Industrial, EBM oder Metal. Darkwave legt den Fokus auf melancholische, meist elektronische oder gemischt elektronische Gitarrenmusik in Moll. Gothic dagegen umfasst die ganze Szene: von Schwarzer Kleidung und Dark-Art-Motiven über okkulte Symbole bis zu Festivals und Clubnächten, in denen Darkwave neben anderen düsteren Stilen läuft. (en.wikipedia.org)
Gibt es heute noch eine aktive Darkwave-Szene?
Ja, Darkwave erlebt seit den 2000ern ein starkes Revival. Neue Bands verbinden den 80er-Sound mit modernen Produktionsformen und Social Media, während Festivals, spezialisierte Darkwave-Events und Streaming-Playlists die Szene global vernetzen. Junge Artists mit queeren, feministischen oder antifaschistischen Perspektiven prägen Darkwave aktuell genauso wie nostalgisch orientierte Retro-Synth-Projekte. Die Szene zeigt Darkwave heute als lebendiges Genre, das sich stetig weiterentwickelt und nicht nur im Retro-Kosmos „Dark Wave 80er“ gefangen bleibt. (en.wikipedia.org)
- https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783657756849/html – Fachpublikation zu deutscher Popmusik und Cold-Wave-/Darkwave-Kontext; passt gut im Abschnitt „Darkwave in Deutschland“ nach der Erklärung von Dark Wave Deutsch und NDT.
- https://www.bloomsbury.com/us/goth-identity-style-and-subculture-9781845207694/ – Buchseite zu „Goth: Identity, Style and Subculture“ von Paul Hodkinson; eignet sich als weiterführender Link im Abschnitt „Darkwave im Alltag: Szenekultur“.
- https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0038038512451532 – Soziologische Analyse zu Subkulturen und Musik (Beispielartikel über Gothic/Post-Punk); gut nach dem Vergleich von Gothic, Post-Punk und Darkwave.
- https://www.routledge.com/Exploring-the-Networked-Worlds-of-Popular-Music/Webb/p/book/9780415971338 – Fachbuch über vernetzte Popmusikwelten mit Bezug zu Post-Punk/Darkwave; sinnvoll nach dem Abschnitt über Revival und Streaming-Ära.
- https://www.emerald.com/insight/publication/doi/10.1108/9781787565008 – „The Evolution of Goth Culture“ (Spracklen & Spracklen); stützt die Ausführungen zur Entwicklung der Goth- und Darkwave-Szene, passend nach dem Abschnitt „Darkwave und Politik“.